Institutionen suchen Helfer | WAZ.de

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Altena. Für Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, gibt es das Trauercafé Momo. Angebote für Sterbende und ihre Angehörigen sind noch rar gesät. Trauercafé, Arche und Familienbildung wollen deshalb einen Befähigungskurs zur ehrenamtlichen Mitarbeit im hospizlichen Bereich anbieten.

Alle drei Institutionen suchen nun gemeinschaftlich Menschen, die in Pflegeeinrichtungen oder Privathaushalten die letzten Tage Sterbender und ihrer Angehörigen begleiten möchten. Für diese bieten das Trauercafe´ Momo, der Lüdenscheider Verein Arche und die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung Altena-Lüdenscheid ab Januar 2010 einen Hospizhelferkurs an.

Matthias Bluhm und Ute Gall, Leiter des Grundkurses, wissen: Nicht jeder Mensch hat die Eignung für einfühlsame Sterbebegleitung. Aber in manchem Bürger schlummert das Talent eine Hand zu halten, Gespräche zu führen und Familien durch niederschwellige Handreichungen zu entlasten. „Das kann auch ein Einkauf sein”, erklärt Ute Gall, die nach dem Befähigungskurs die Hospizhilfe koordinieren wird.

Wer im November 2010 den Kurs absolviert hat, ist zur Sterbebegleitung befähigt. Wie die Helfer eingesetzt werden, kann ganz unterschiedlich ausfallen.

Wie häufig ein Hospizhelfer einen Sterbenden besucht, hängt von den persönlichen Umständen beider Seiten ab. „Zu oft wird jedoch niemand an gleicher Stelle eingesetzt und nach dem Tod des Menschen legt der Hospizhelfer eine Pause ein”, erklärt Ute Gall, Kursleiterin für Palliativpflege und Trauerbegleiterin bei Momo.

Mit der Arche Lüdenscheid ist ein Kooperationspartner gefunden, der bereits Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder fortschreitenden Krankheiten begleitet. Diese Erfahrungswerte fließen in den Befähigungskurs ein. Hospizhelferaspiranten lernen in 14 Kurseinheiten unter anderem die eigene Wahrnehmung um Sterben, Tod und Trauer kennen.

Auch Kommunikation, Sterbephasen und die Rolle der Helferpersönlichkeit sind Themen im Kurs. Wer während des Kurses feststellt, für die ehrenamtliche Tätigkeit doch nicht bereit zu sein, kann selbstverständlich auch unterbrechen.

Ideal wären in der ersten Schulung 15 Teilnehmer, die Ute Gall nach erhaltenem Zertifikat kreisweit einsetzen könnte. Wichtig zu wissen ist, dass Hospizhelfer keine pflegerischen Aufgaben übernehmen. „Hilfestellungen finden sehr niederschwellig statt. Zum Beispiel Mundabputzen”, erklärt Ute Gall.

Berührungsängste sollten angehende Hospizhelfer nicht mitbringen, denn Berührung, wie das Halten einer Hand, ist häufiger Bestandteil der Hospizarbeit. Auch Pflegeeinrichtungen würden die Arbeit gern in Anspruch nehmen. Wer allerdings parallel bereits im Trauercafe´ Momo ehrenamtlich tätig ist, darf die Angehörigen eines von ihm begleiteten Verstorbenen nicht betreuen.

„Sterbebegleiter brauchen nach ihren Besuchen am Krankenbett selbst Abstand”, erklärt Matthias Bluhm und fügt an: „Auch gilt, dass die Hospizhelfer ihre Arbeit in einem geschützten Raum tun, der ihr Privatleben nicht tangieren soll. Das ist wie bei den Trauerbegleitern: Wer aus dem Cafe´ herausgeht, ist wieder Privatperson.”

Interessenten für die Ausbildung werden gebeten, sich bis Mitte Januar bei der Erwachsenen- und Familienbildung Altena-Lüdenscheid, Graf-von-Galen-Straße 6 in Lüdenscheid oder unter 02351/95290 anzumelden.

Ina Hornemann

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